Alfred Döpker

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Bei Alfred Döpker wird hart gearbeitet. Geschäftsführer
Christian Schaefer weiß das allerdings auch zu würdigen.

Ich beschäftige mich eben gerne mit positiver Psychologie.« Christian Schaefer sitzt gut gelaunt vom Wochenende in seinem Büro und erzählt eifrig von seinen Fortschritten auf dem Rennrad. Es ist acht Uhr am Montagmorgen. Als er zum Kaffee greift, sieht man ein gelbes Bändchen unter seinem Hemdsärmel hervorblitzen, auf dem »Stop Complaining« steht. »Ach das, das ist von unserem letzten Leitbild-Workshop über Mitarbeiterführung. Das trage ich jetzt 21 Tage lang und führe mir damit immer wieder vor Augen, dass ich keine Schwächen, sondern die Stärken der Mitarbeiter hervorhebe.« Wer Schaefer kennt, weiß, dass das kein Spruch von ihm ist, sondern seine Auffassung von Verantwortung und Mitarbeiterwertschätzung für den Betrieb. Wer gut und hart arbeitet, wird bei Döpker gelobt.

Das Bauunternehmen Alfred Döpker, das Schaefer führt, hat gerade vor einem halben Jahr seinen Slogan in »Wir bauen vertrauen« geändert. Werte wie Fairness, Verlässlichkeit oder Beständigkeit sind Schaefer schon immer wichtig gewesen; ob beim Mitarbeiter oder beim Partner auf dem Bau. Heutzutage wohl noch umso mehr in Zeiten von Fachkräftemangel, Lohn-Dumping und Billig-Anbietern. »Das ist etwas, wo wir nicht mitspielen können und wollen«, sagt er ruhig. »Unsere Leute arbeiten gut und dafür muss ich sie auch gut bezahlen. Meine Aufgabe ist es, jedes Angebot gewissenhaft zu kalkulieren, und wenn dann jemand günstiger ist, geht es mich nichts an, warum. Ich bin am Ende dafür verantwortlich, dass Döpkers Angestellte von unseren Aufträgen leben können und das setze ich nicht kurzsichtig aufs Spiel.« Schaefer ist kein Typ für »früher war alles besser«. Früher herrschte eben auch noch ein ganz anderes Klima auf dem Bau. Da ging es mehr um Rangordnung und Autorität als um Teamspirit oder andere weiche Faktoren, die Schaefer und Döpkers Abteilungsleiter heutzutage verinnerlichen – eben auch durch Workshops oder Kongresse.

Pensionär Werner Gerken veranstaltet die Kohltour für Döpkers Ehemalige nun schon im 21. Jahr. Für ihn eine Selbstverständlichkeit, versorgt das Unternehmen seine Familie und ihn schließlich seit knapp 50 Jahren. Der betagteste Teilnehmer ist 88, Gerken selber ist mit 79 der drittälteste. Und gewissenhaft: »Der Termin 2017 steht bereits.«

Abgesehen vom guten Arbeitsklima rechnet sich das für Christian Schaefer auch ganz unromantisch: Bei Alfred Döpker gibt es kaum Fluktuation, die Branche in der Region redet gut über den Arbeitgeber und das spricht sich auch beim Nachwuchs rum. Der jüngste Geselle Lars Heuer hat gerade seine zweite Polier-Ausbildung mit Bravour bestanden. Nachdem er für seine erste die Note eins mit zwei Sternchen bekommen hat. Dass er tätowiert ist und nicht gerade auf den Mund gefallen, stört Schaefer nicht: »Wer solche Arbeit abliefert, wird es bei uns auf jeden Fall zu was bringen. Und Lars Heuer ist unglaublich motiviert. Er redet nur gut über das Unternehmen und eine bessere Werbung gibt es doch nicht.«

Döpker scheint da etwas grundlegend richtig zu machen in der Mitarbeiterführung, das deutet auch ein Büro für Tragwerksplanung an, mit dem man gerade zusammenarbeitet. »Das muss man ganz ehrlich sagen: Man merkt, dass Döpker in der Branche etwas Besonderes ist. Die Arbeit ist gut, das können andere vielleicht auch, aber der Umgang, der Ton auch bei Problemen und die Sorgfalt, mit der die Baustelle für die nachfolgenden Unternehmen hinterlassen wird, das unterscheidet Döpker eindeutig von den allermeisten anderen.«

Partnerschaftliches Miteinbander. Dieser Mix mag einerseits durch gute Leute entstehen. Es kommt ja nicht von ungefähr, wenn sich alle gegenseitig so wertschätzen können, dass man oft mit dem Gefühl nach Hause gehen darf: »Was ich kann und was ich sage, ist hier und für die anderen von Bedeutung.« Auf dem Bau. Ganz sicher verbindet das Team von Alfred Döpker aber mehr. Woher das kommen könnte? Von gemeinsamen Wochenend-Workshops ohne Chef Schaefer zum Beispiel, der erst nachmittags kommen darf und dem es etwas mulmig ist, was sein Team wohl ohne ihn besprochen hat. Das Ergebnis: ehrliche Euphorie und gegenseitige Wertschätzung. Von Ausflügen in den Klettergarten oder zum Swing-Golf. Vom gemeinsamen Bummeln über den Kramermarkt, das Stadtfest oder Weihnachtsfeiern, zu denen auch die Mitarbeiter im Ruhestand eingeladen sind.

 

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Der Umgang mit den Ehemaligen ist sowieso vorbildlich. »Wer das Unternehmen Alfred Döpker zu dem gemacht hat, was es heute ist, den lässt die Familie Döpker auch nicht fallen«, betont Schaefer. Schon gar nicht sozial. Ein Umstand, den der 79-jährige Rentner Werner Gerken bestätigen kann. Gerken vertritt noch immer Döpkers Werte, sind wir doch zum Telefonieren verabredet und um Punkt 15 Uhr nimmt er nach einmaligem Klingeln den Hörer ab. »Ich veranstalte die Ehemaligen-Kohlfahrt nun schon im 21. Jahr«, berichtet er stolz. Seit seinem Renteneintritt 1996 trommelt der zackige Senior einmal im Jahr alle pensionierten Mitarbeiter und ihre Ehepartner zusammen und es geht auf gemeinsame Kohltour. 30 bis 40 Personen sind das im Schnitt und Gerken nimmt rührend akribisch alle neuen Gebrechen oder Behinderungen auf, die es vor Ort zu beachten geben wird. »Man muss sich doch umeinander kümmern, sonst macht das doch kaum noch jemand.« Werner Gerken klingt nicht verbittert, er ist einfach ein anderer Typ. Ein Macher mit dem Herz am rechten Fleck.

Der dabei sogar noch an die lokale Wirtschaft denkt: Bei der Kohltour treffen sich alle Ehemaligen am Firmengebäude von Döpker, laufen dann zu einer Gaststätte wie dem Weyenhof in Ohmstede, dort gibt es Kaffee und Kuchen, dann geht es auf einen kleinen Spaziergang und im Anschluss kommt der Kohl auf den Tisch, der ordentlich »gelöscht« gehört. Von 16 bis 23 Uhr werden alte und neue Geschichten aufgetischt, Schaefer berichtet über das vergangene Geschäftsjahr und begleicht die Zeche. Ehrensache. Gerken dankt es ihm durch Loyalität: »Ich organisiere das, solange ich lebe. Schließlich wollen wir alle wissen, wie es um Döpker steht.« Er überlegt. »Die Kohltour bedeutet für viele, einmal im Jahr nach Hause zu kommen.

 

Fotos: Markus Monecke

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