C.U.P.

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Am wichtigsten sind Gespür für perfekten Service, Loyalität
und gute Kommunikation mit dem Gast.

 

Christiane Braasch-Thoss wünscht sich das, was sich eigentlich jeder Arbeitgeber wünscht: ihr Team als Familie. Geschäftsführerin Braasch-Thoss und ihr Konzept aus Catering und Eventagentur C.U.P. bringen im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitgebern eine Menge Faktoren mit, die dafür sprechen, dass ihr Team zumindest familienähnliche Parallelen aufweist.

Ihr Mann Jochen Thoss ist nicht nur Ruhepol im gemeinsamen Zuhause, sondern auch kulinarisch eine feste Bank für C.U.P. Auch wenn Thoss lieber daheim für Freunde kocht oder mal eben auf links »Oldenburg kocht« gewinnt, ist er doch wichtiger Impulsgeber, hat Trends auf dem Radar und ist auch immer ein stilsicheres Gegenüber für seine Frau. Wenn er denn nicht gerade in der Welt rumreist, um das Yak von C.U.P.-Sternekoch Wolfgang Müller in Tirol zu besuchen oder sich nach einem gemeinsamen Haus auf Mallorca umzuschauen. Praktisch: Da das Paar Braasch-Thoss enorm gastfreundlich ist – wohl eine Art Berufskrankheit – und die Angestellten von C.U.P. ebenfalls zum großen Freundeskreis zählen, richten die Chefs regelmäßig auch gleich die Sommer- und anderen Mitarbeiterfeste der Firma bei sich im Garten oder im »Müggenkrug« aus. Christiane Braasch-Thoss dekoriert alles liebevoll und überlegt sich ein Motto, Thoss kocht oder grillt für die ganze Bande – die perfekte Ergänzung. Und es gibt einen weiteren Vorteil: »Wir sind eh nicht so die Fraktion, die sich in andere Restaurants setzt und dann dort über Servietten oder die Qualität des Brotes lästern, aber bei uns zu Hause wissen wir auch eben ganz genau, was wir für alle wollen. Das macht den Abend ja auch sehr schnell sehr locker.« Christiane Braasch-Thoss erlebt ja manchmal auch das Gegenteil bei Firmen, die so sehr unter Strom stehen, dass die Mitarbeiter erst einmal ein paar Stündchen benötigen, um auf eine gesellige Betriebstemperatur zu kommen.

 

Küchenchef Thomas Arndt im Gespräch mit Jalal Issa aus Syrien. Das komplette Team hat den Anspruch, Issa beizubringen, was nur geht. Issa hingegen den unbedingten Willen zur Integration – für Braasch-Thoss wichtigste Grundvoraussetzung zur Zusammenarbeit.

 

Ihre Mannschaft haut gemeinsam rein, komme was wolle und das immer mit guter Laune. Meckern im Job hat Christiane Braasch-Thoss verboten. Nach dem Event kann man über alles reden, da ist die Chefin, wenn es sein muss, auch nächtelang für ihre Schützlinge da, aber während der Veranstaltung hat der Laden zu laufen. Und wer Intrigen spinnt, fliegt direkt. Da die Events naturgemäß abends, nachts oder am Wochenende sind und oft mit langen Schichten zu Buche schlagen, müssen die Mitarbeiter ihre Freizeit umschichten. Klar, wer abends für 800 Angestellte einer gewichtigen Firma aus Weser-Ems, Hamburg, Berlin oder Düsseldorf deren Sommerfest ausrichtet, kann schlecht mit seinen Sportkumpels in die Kneipe gehen. Manchen gelingt der Spagat prima, manche sehen vielleicht einfach kurzerhand ihre Kollegen als Freunde und ihre Chefs als Vormünder an. Das muss vielleicht nicht so sein, aber was man bei C.U.P. zweifelsohne feststellen kann: Wenn man gerne miteinander arbeitet, spricht sich das rum und das war für Braasch-Thoss schon immer die aussagekräftigste Visitenkarte für die potentiell besten Mitarbeiter im Service oder in der Küche. Im Übrigen ein Problem, dass heutzutage selbst die größten oder angesagtesten Gastronomien des Landes nur zu gut kennen. Mal eben 50 oder 80 gute Mädels für ein Fest und Sterneköche in der Küche – darum beneidet Braasch so mancher aus der Branche. Ihr Geheimrezept: »Am wichtigsten sind das Gespür für perfekten Service, Loyalität und gute Kommunikation mit dem Gast.« Alles andere könne man sich gemeinsam erarbeiten.

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Ihr Team leistet es sich, Gäste bei sich aufzunehmen und zu integrieren. Das war der gelernten Erzieherin Christiane Braasch-Thoss schon immer ein wichtiges Anliegen: In ihren 25 Jahren, die sie ihre Kneipe »Phönix« geführt hat, hatte sie einen Vietnamesen beschäftigt. Und ihm eine Arbeitserlaubnis besorgt. Braasch-Thoss regelt das dann irgendwie so, dass niemand Ärger bekommt. Das muss eine Gabe sein, die sie sich in den Siebzigern an der Carl von Ossietzky Universität angeeignet hat. Beeindruckend, wie beharrlich sie sich für Menschen einsetzt, die den Willen zur Integration mitbringen. Wie bei einer Kurdin, die anfangs kein Wort Deutsch sprach, zwölf Jahre lang an der Seite von Braasch-Thoss gelernt hat und mittlerweile das »Phönix« übernommen hat. In den heutigen Tagen ist ihr Engagement klar: In der Küche hilft ein Syrer aus, wo er nur kann – spülen, schnippeln, räumen, einkaufen … »Wer weiß, was wir in ein paar Jahren aus dem Jungen gemacht haben«, lacht Braasch-Thoss. »Unser Koch sagt zwar immer im Scherz, dass er irgendwann mal seinen fünften Gang finden muss«, aber das sei eine Frage der Zeit. Was die Leute mitbringen müssen? »Nur den unbedingten Willen zur Integration, um den Rest kümmern wir uns sonst gerne. Wer etwas will, den soll man unterstützen!« Und was Kümmern heißt, erzählt Braasch-Thoss gerne: Mittlerweile wird die Stelle bei ihr bezuschusst und ein Förderprogramm der Stadt läuft an. Braasch ist nun mal einfach eine Macherin.

 

Und dann ist da noch der erweiterte Freundeskreis der Familie Braasch-Thoss: Mit einem Stefan Marquard an ihrer Seite, mit dem sie die gemeinsame GmbH »Ein BISSchen Marquard« führen. Mit einer Slow-Food-Bewegung, der sie angehören. Mit den besten Schlachtern, Bäckern oder Großhändlern des Landes. Wer zu so einer Familie gehört, der wird niemals hungrig ins Bett gehen müssen. Dem wird es immer gut gehen. Irgendwie bekommt Christiane Braasch-Thoss das hin.

 

Fotos: Markus Monecke

 

 

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