timecon

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Heimat an mittlerweile sechs Standorten in ganz Nordwest.
Für unser Titelthema hat Chefredakteur Jannes Vahl die timecon-Geschäftsführerin Linda Heitmann zum Interview getroffen.

Von der Oldenburger Zentrale aus hat die Personalberatung nach und nach weitere Regionen erschlossen. Teils weil sich langjährige Mitarbeiter verändern wollten, teils weil sie mit Kunden mitgegangen sind. Linda Heitmann gibt einen Überblick über 16 Jahre Firmengeschichte.

Die timecon wurde am 1. April 2000 in Oldenburg gegründet und hat sich auf die Besetzung anspruchsvoller Vakanzen in kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufsfeldern spezialisiert. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit namhaften mittelständischen Unternehmen und Global Playern verfügen die Personalberater von timecon über umfangreiche Marktkenntnisse, beste Kontakte und Insiderwissen. »Doch das Vertrauen der Kunden gewinnt man am ehesten durch Persönlichkeit«, weiß Linda Heitmann. Sie ist Geschäftsführerin in Oldenburg und eine der drei wichtigsten Personen im Netzwerk der timecon. Einem Netzwerk, das sich mittlerweile über sechs Standorte spannt. »Das ist allerdings alles andere als Größenwahn«, ordnet Heitmann ein. Im Gegenteil: Bundesweiter Anbieter zu werden, ist nicht das Ziel der Oldenburger. Die Konzentration liegt explizit auf dem Nord-Westen der Bundesrepublik. Und hier ist timecon führend.

Eine Region erschließt sich einem – wie das manchmal eben so ist – auch durch schöne Zufälle: »Zwei der sechs Standorte haben wir eröffnet, weil langjährige Mitarbeiter sich persönlich entwickeln wollten, sprich: umziehen. Zwei weitere sind entstanden, weil Kollegen mit großen Kunden mitgegangen sind«, sagt die Geschäftsführerin. Wichtig in allen Fällen: Die neuen Standortleiter müssen schon lange dabei sein, »die DNA inhalieren«, wie Gründer Carsten Meyer immer so schön sagt. »Wir bekommen zum Beispiel regelmäßig Angebote, Personalbüros in München oder Stuttgart zu übernehmen. Dort kennen wir aber kaum Leute, haben kein Netzwerk und können den Markt nicht gut einschätzen. Davon lassen wir dann die Finger und konzentrieren uns lieber auf unsere Stärken.« Und das sagt ein Mann, der in der Geschichte der timecon noch kein Risiko gescheut hat. Er muss es eben einschätzen können, ein Bauchgefühl dazu entwickeln. Mehrfach schon gab es die Situation, dass er mit einer neuen Idee Stirnrunzeln bei betriebsfremden Experten hervorgerufen hat. Noch nie jedoch mit einem Ergebnis, dass die timecon bereut hätte.

Führt den Standort in der Hamburger Innenstadt: Teamleiterin Lisa Herrgesell

 

Im Frühjahr 2000 startete Meyer mit Personalberaterin Kerstin Pieritz und Assistentin Cornelia Wietschorke in Oldenburg. Ein Jahr später kam Bremen hinzu. »Bremen ist in Pendeldistanz, hat einen guten, eigenen Markt«, erklärt Meyer. – Mittlerweile leitet Nicole Schrötter den Standort mit großem Erfolg, als Führungskraft in Teilzeit; das gab es vorher bei timecon noch nie. – 2004 baute Kretschmann mit Schortens gleich den nächsten Standort auf. Auch dort sitzt ein bis heute großer Kunde, Gewerbe um Technik und Windenergie sind nicht weit. 2006 zieht es Kerstin Pieritz zum einen privat nach Köln, zum anderen aber auch, weil sie das große Potenzial von Köln erkennt und vor Ort bereits vernetzt ist. Sie ist Mitarbeiterin der ersten Stunde, kümmert sich direkt um einen großen Energiekunden, ihre Paradedisziplin in Oldenburg. Pieritz genießt also vollstes Vertrauen von Meyer, doch die Stadt liegt 300 Kilometer entfernt und er kümmert sich lieber zu viel als zu wenig um seine Firma. Im Oktober desselben Jahres holt er sich also Linda Heitmann an seine Seite und macht sie kurz darauf zur Geschäftsführerin. 2007 zieht es dann Cornelia Wietschorke, die zweite timecon-Mitarbeiterin der ersten Stunde, nach Hamburg. 2010 schließlich wird mit Münster die sechste und vorerst letzte Filiale gegründet.

 

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In Hamburg kam es nun im vergangenen Jahr zu einer besonderen Situation: Nach fünfzehn Jahren verlässt Wietschorke die timecon – zu einem anderen Dienstleister ist in der gesamten Zeit noch kein leitender Mitarbeiter gewechselt. Mit Lisa Herrgesell war bereits eine ideale Nachfolgerin vorhanden. Sie war zwar bereits seit zwei Jahren bei der timecon, plötzlich aber die erste Teamleiterin, die nicht aus Oldenburg stammt. »Plötzlich kam das in der Tat«, erinnert sie sich. »Eines Abends hat Cornelia mich zur Seite genommen und mich informiert und am nächsten Tag kam schon Linda aus Oldenburg, um mich zu fragen, ob ich den Standort leiten will.« Und Hamburg ist wahrlich kein einfacher Standort, gibt es an der Alster doch 900 Personaldienstleister und eine völlig andere Mediennutzung als in Schortens oder Oldenburg. »Die Leute haben ein viel größeres Angebot an spannenden Positionen, werden von Headhuntern angesprochen.« Auch Stellenanzeigen in Zeitungen würden hier weniger beachtet, schätzt Herrgesell. Doch auch das ist eine der Stärken des timecon-Teams: Herrgesell wird aus Oldenburg hervorragend betreut. Linda Heitmann ist mindestens einmal pro Woche am Telefon und einmal im Quartal in Hamburg. Auch sonst lassen sich die meisten Dinge schnell telefonisch klären. „Linda hat immer ein offenes Ohr, wenn ich mal nicht weiter weiß“, betont Herrgesell. Dann treffen sich Bremen und Hamburg noch einmal im Monat abwechselnd zum Austausch, alle fünf Standorte reisen regelmäßig zu Schulungen nach Oldenburg und selbstverständlich gibt es gemeinsame Firmenfeiern, bei denen die Geschichten von ganz früher tatsächlich am beliebtesten sind. Klar, es geht um die gemeinsamen Wurzeln und die Neuigkeiten werden schließlich eh schon am Telefon oder bei den Treffen besprochen.

Neben diesen routinemäßigen Abstimmungsprozessen hat die timecon auch noch ein Rotationssystem entwickelt, nach dem die Mitarbeiter andere Teams besuchen. Dabei stellen die Standorte und die Geschäftsführer in Oldenburg immer wieder fest: alles aus einem Guss. Das ist Heitmann und Meyer wichtig. Überall wird ein Standard eingehalten. Überall kann der Kunde gleiche Qualität erwarten. Und intern gelten gleichwohl dieselben Absprachen: Wenn ein Billigheimer mit fragwürdigem Preiskonzept auf einmal 90 Mitarbeiter für eine neue Produktionsstätte sucht, kann man eben zuschlagen und das schnelle Geld verdienen oder lieber langfristig an seinem Image arbeiten und das Projekt ablehnen. Das tut zwar manchmal weh, am Ende zahlen sich solche Entscheidungen aber doppelt aus. Kunden und Bewerber gleichermaßen wissen die Arbeit der timecon zu schätzen und dieses Vertrauen gibt man nicht für den schnellen Abschluss auf. »Das ist diese Persönlichkeit, von der ich anfangs sprach«, weiß Heitmann. Sie steht auf und geht telefonieren. Mit Hamburg. Um zu hören, dass alles in Ordnung ist.

Fotos: Markus Monecke, Marius Röer, timecon Archiv

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