Treuhand Oldenburg

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Treibstoff. Treuhand. Für unser erstes Titelthema hat Chefredakteur
Jannes Vahl den Gesellschafter Kersten Duwe zum Interview getroffen.

Die Treuhand Oldenburg ist ein innovatives und traditionsreiches Beratungsunternehmen der Weser-Ems-Region. Kersten Duwe, Gesellschafter im Haus, führt uns durch die Geschichte der Treuhand. Und in die Zukunft, für die er eine klare Vision hat.

 

Betritt man das moderne Firmengelände in Oldenburgs Norden fällt einem schnell auf: Die Treuhand verfügt über unsagbar viel Wissen. Wissen in Aktenordnern. Wissen in der firmeneigenen Bibliothek, liebevoll »Maschinenraum« genannt. Wissen online. Und vor allem: Wissen bei den gut 200 Mitarbeitern. Einer von ihnen ist der Rechtsanwalt und Steuerberater Kersten Duwe. Ein verständnisvolles Gegenüber im maßgeschneiderten Anzug. Ein schnittiger Sympath, der auf dem Tennisplatz eine ebenso engagierte Figur macht wie im Vereins-, Stiftungs- oder Gemeinnützigkeitsrecht. Gedanklich ein Baumeister, der vertraut mit technischen und mathematischen Begriffen hantiert. Durch und durch gestaltender Berater, der vor ungefähr 20 Jahren ins Unternehmen kam. Heute ist er Sprecher der Geschäftsführung und erzählt auf den Punkt konzentriert, wie es weitergehen wird im Langenweg. So viel vorweg: Die Zukunft der Treuhand hat mit einer neuen Spezialeinheit zu tun, die sich gezielt mit den Themen rund um die Digitalisierung beschäftigen wird. Und mit Gründern und jungen Unternehmern.

Wer den angenehm präzisen Duwe kennenlernt, merkt schnell, dass er keiner ist, der sich mit halben Sachen zufrieden gibt. »Was viele nicht wissen: Wir beherbergen die größte wirtschaftsrechtliche Rechtsanwaltssozietät in ganz Weser-Ems.« Duwe kann seinen Stolz kaum verbergen. Bei ihm bemerkt man das ganz gut an diesem besonderen schelmischen Grinsen, das die Augen hinter seiner rahmenlosen Brille ein ganz klein wenig verengt. Er und seine Kollegen hätten Aufträge nach Oldenburg geholt, die sonst locker in Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt behandelt worden wären. »Zudem: Wir praktizieren hier tagtäglich Internationalität. Das ist doch hochspannend für junge Leute.«

 

Ein dynamisches Trio: Tammo Harms und Hanna Kosmann in Aktion mit Kersten Duwe (v. l. n. r.). Kosmann hat den neuen Bereich »Existenzgründer« bei der Treuhand aufgebaut und bereichert ihn mit Expertise und ihrem langjährigen und vielfältigen Know-how als Steuerberaterin. Harms ist ein weiterer der insgesamt drei Mitarbeiter aus dem neuen Start-up-Team. Ihr Spezialgebiet: die neuen Macher, die Gründer, die jungen Wilden.

 

Stichwort junge Leute: Duwe verweist auf die fünf bis sechs Azubis pro Jahrgang. Eine gute Quote, die sich entwickelt hat, die er allerdings noch weiter erhöhen möchte bei einem Arbeitgeber, der sowieso schon alle Altersgruppen ausgeglichen vereint. Die Treuhand verfügt über ausgeprägte Mitarbeiterförderprogramme und ist seit langem Träger des Zertifikats »berufundfamilie« der Hertie-Stiftung. Duwe wünscht sich jedoch mehr Frauen in der Führungsriege. Für ihn nur eine Frage der Zeit, da sie in der Beleg-
schaft eh die Mehrheit bilden.

Im Laufe der Geschichte waren immer hohes Engagement, ein absoluter Qualitätsanspruch und Offenheit für zukunftsträchtige Entwicklungen der Treibstoff dafür, dass die Treuhand nicht auf der Stelle tritt – ob bei der Gründung 1922, beim Umzug mit 14 Mitarbeitern 1947, beim nächsten Umzug mit 160 Mitarbeitern 1997 oder heute. Apropos Geschichte: Die Oldenburgische Spar- und Leihbank, später Oldenburgische Landesbank, hat die  Treuhand-Aktiengesellschaft gemeinsam mit Persönlichkeiten der hiesigen Wirtschaft gegründet. Am 1. Februar 1922 nahm das neue Unternehmen für eine schnell wachsende Zahl von Mandanten seine umfassende Tätigkeit auf. Die ersten Auftraggeber: Torfwerke, Ziegeleien, Werften und andere. Unternehmen ganz unterschiedlicher Branchen und Größe – bis heute eine Stärke der Treuhand.

Wie seine Vorgänger sieht auch Duwe positiv in die Zukunft. Die Treuhand wird sich fortan noch mehr auf die jungen Themen fokussieren. Allen voran die Digitalisierung. Prozesse und Produkte werden verändert, ganze Branchen vom Markt verdrängt. Duwe diskutiert das Thema gern. »Wie lang ist die Lunte und wie laut ist der Knall« ist für jedes Geschäftsmodell die Kernfrage. Die Digitalisierung eröffnet aber immer auch Chancen für neue Leistungen und Unternehmen, darauf weist Duwe unermüdlich hin. Die Treuhand hat sich dazu mit Experten in all ihren Dienstleistungsbereichen als rundum IT-Berater positioniert: Der Bereich »IT-Services« umfasst spezielle IT-Prüfer, zertifizierte Datenschutzbeauftragte, IT-Sicherheitsbeauftragte, e-Commerce Steuerexperten und Unternehmensberater, die Strategie- und Implementierungsprozesse begleiten. Ein IT-Rechtsanwalt wird das Team zukünftig abrunden.

 

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Seit jeher hat die Treuhand auch kleinere Unternehmen als Mandanten, sogar im Fokus. Diese machen ein Viertel des gesamten Umsatzes aus, »was leider vielfach nicht bekannt ist«, wie Duwe bedauert. Diese Unternehmen sind in einem gesonderten
Geschäftsbereich organisiert und dort sogar »A-Mandate«. Der Bereich wird jetzt ergänzt um ein junges Thema: die neuen Macher, die Gründer, Start-ups oder junge Wilde, ganz wie man sie nennen möchte. Duwe und seine Kollegen haben ein Gründer-Team mit jungen Mitarbeitern aus jedem der Dienstleistungsbereiche der Treuhand aufgebaut. Damit können die besonderen Themen der Gründer in voller Breite bedient werden: von der Buchführung bis zur Strategieberatung, vom Businessplan bis zu Finanzierungsfragen. Ein Schritt, der dem Nachwuchs, der Region und letztendlich auch der Treuhand hilft, werden aus erfolgreichen Gründern von heute in fünf bis zehn Jahren doch automatisch die Arbeitgeber, Geschäftsführer und Entscheider von morgen.

Unabhängig von der Unternehmensgröße gilt: »Die Macher und die Kreativen müssen ihren Spaß an ihrer Idee, an ihrem unternehmerischen Tun behalten.« Sie dürfen durch die vielfältigen formalen und finanzwirtschaftlichen Herausforderungen nicht überfrachtet werden, findet Duwe. »Wir kümmern uns gerne um den Rest.« Und da ist es wieder, dieses schelmische Lächeln.

 

Fotos: Markus Monecke, Tobias Trapp

 

 

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