Walther Schumacher

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Als jüngste Teamleiterin aller Zeiten bei Walther Schumacher ist Valea Wardenburg seit 2008 eine feste Bank im Team des Raumausstatters. Sie spielt zwar nicht in den vollen 85 Jahren Firmengeschichte eine Rolle, weiß aber trotzdem alles. Und wenn mal nicht, weiß sie genau, wen sie fragen muss. Die ausgebildete Bürokauffrau führt fünfzehn Mitarbeiter.

 

Seit mehr als 85 Jahren ist die Walther Schumacher GmbH Oldenburgs Adresse für den kompletten Bürobedarf. Am Patentbusch unterhalten die vierzig Angestellten neben dem Schauraum auf Tausend Quadratmetern ein umfangreiches Lager mit dem Gängigsten. Was dort nicht einsortiert ist, hält der Logistikpartner Soennecken im Zentrallager bereit. Schumacher ist neben Möbeln, Technik und Material für Büros längst auch Dienstleister für das Wohnen und Raumkonzepte.

Vor 85 Jahren waren die Anforderungen an einen Bürohandel natürlich noch ganz anders gelagert. Damals gab es ja nicht viel mehr als Farbbänder für Schreibmaschinen, Stifte und Papier. »Die Aufträge kamen per Telefon oder Post, im Laden wurden  sie auf Zettel geschrieben und später fein säuberlich mit der Schreibmaschine abgetippt«, weiß Valea Wardenburg. Sie ist  heute zwar erst 27 Jahre jung, aber seit sie 2008 nach dem Wirtschaftsgymnasium ihre zweijährige Ausbildung zur Bürokauffrau angefangen hat, war sie schon immer eine besonders aufmerksame Mitarbeiterin. Eine, die über den Tellerrand ihrer Abteilung schaut. Und gern eben auch in der Zeit zurück.

»Es gibt hier eigentlich drei Generationen: Meine. Leute wie Herrn Andresen und Ilona Deetjen. Die waren schon hier, als Schumacher noch am Heiligengeistwall saß. Und dann noch die Mutter von der Chefin.« Lars Andresen und seine Frau Nicola Andresen-Schumacher stellen die heutige Geschäftsführung des Unternehmens, ihre Mutter schaut aber auch noch regelmäßig nach dem Rechten. Ganz zur Freude von Valea Wardenburg: »Vor mehr als 85 Jahren gegründet und immer noch ein familien- geführtes Unternehmen. Das ist so spannend, weil Frau Schumacher eben noch von ganz früher erzählen kann.«

Als die Waren noch vor der Tür des Ladengeschäfts abgestellt wurden. Morgens vor der Öffnung, mitten in der Innenstadt. Und dann alles einzeln die schmale Treppe runter in den Keller, wo ein provisorisches Lager eingerichtet war. »Die Lagerführung mit den Beständen wurde auf Karteikarten erfasst«, staunt Wardenburg. Heute geht das natürlich auf Knopfdruck.

Die für Schumacher so wichtige Phase der Digitalisierung prägt Valea Wardenburg mit. Nach ihrer Ausbildung mit bestandener Prüfung hat sie eine Festanstellung erhalten. Zuerst war sie im Vertrieb, im Sommer 2014 ist sie in den Einkauf für Bürobedarf gewechselt und hat gleichzeitig die Team- leitung für den gesamten Bereich übernommen. Die freigewordene Stelle wurde ihr als Jüngste aus dem Team angeboten – basierend auf ihrer Weiterbildung zur Handelsfachwirtin.

Die 27-Jährige mag Veränderung: »Die Vorgänge laufen online in die Warenwirtschaft, Rechnungen werden immer häufiger per Mail und nicht in Papierform versendet, Unterlagen digital archiviert und nicht mehr in Ordnern.« Ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass die Branche neue Wege für die Zukunft finden muss, ist die Edding AG: Der große alte Schreibwarenhersteller produziert und  verkauft mittlerweile Nagellack.

»Vom Bürobedarf haben wir uns immer weiterentwickelt. Mittlerweile verkaufen wir Konzepte und Dienstleistungen«, so Wardenburg. Heute können Kunden bei Schumacher Formulare und Werbemittel einlagern. Oder sich ihren Drehstuhl reinigen lassen. Oder sie pflegen online gleich ganze Kostenstellen mit eigenem Shop-Zugang. »Die Kunden bestellen mittlerweile auch ihre  Briefmarken, die Tabs für ihre Geschirrspülmaschine und Kekse für den Konferenzraum bei uns. Man muss immer nach den neuesten Trends am Markt schauen. Wir stehen für Qualität und  Leistung. Das war 1930 bei Walther Schumacher und seiner Frau so, und das wird auch so bleiben.«

 

 

Foto: Markus Monecke

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